P. CARL WINKEL S.V.D.
Herrn
P.Raimund Zinneeker ofm.
2841 Mühlen Old.
z.Z. München, 8. August 1980
ARNOLD-JANSSEN-STRASSE 22
5205 ST. AUGUSTIN 1 TEL. 1. PFORTE (02241) 1971
2. PRIVAT (02241) 197344
4 Wodkem :D. Eifel
TEL 02472-1781
Lieber Pater Zinneeker !
Ihr Brief vom 23.VII. wurde mir von St. Augustin nach Oberammergau nachgesandt, wo ich eine 7wöchentliche Kur in der dortigen Rheuma-Klinik machen mußte. Nach Beendigung der Kur Anfang dieser Woche bin ich für einige Tage nach München gefahren und versuchte sofort den Paraguayischen Konsul in Hamburg zu erreichen. Gestern vormittags konnte ich in Ihrem Anliegen bezüglich der Einwanderung der vietnamesischen Flüchtlinge ein längeres Telefongespräch mit ihm führen. Wie Sie wissen, war der Konsul seit 31. Mai ds. Js.in Asuncion/Paraguay und ich gab ihm über die Paraguayische Botschaft in Bad Godesberg alle erforderlichen Unterlagen mit, um bei den Behörden in Asuncion etwas zu erreichen.
Leider mußte ich bei unserer telefonischen Unterredung erfahren, daß die Sache wenig Aussicht habe, da man in Paraguay (wahrscheinlich) die Vietnamesen nicht gerne sieht. Gründe ?
Meinerseits, das wissen Sie, Herr Pater, geschieht alles, was in meinen Kräften steht, damit diesen armen Menschen geholfen werden kann. Darum habe ich jetzt noch 2 Vorschläge an Sie :
1.) Sie wenden sich direkt an den dort zuständigen Bischof Johannes Bock- winkel in Encarnacion, der im Sinne unserer Gesellschaft die Ein- reiseerlaubnis vom Staatspräsidenten persönlich erbitten kann, oder 2.) ich persönlich wäre bereit, wenn meine Oberen damit einverstanden
wären, als Ehrenbürger Paraguay's dorthin zu fliegen, um die Sache persönlich mit allem, was in meinen Kräften steht, beim Präsidenten ( der mein Freund ist), vorzutragen.
Zu Punkt 2 benötigte ich von Ihnen ein Bittschreiben an meinen Missions- Prokurator, P.Gerhard Huth, Steyler Mission, St. Augustin, der Ihre Bitte dem Generalsuperior in Rom vortragen würde. Bei der Gelegenheit könnte ein weiteres Missionsprojekt in Sinne unserer Aufgaben angeführt werden. Der Missions prokurator, wie auch der Generalsuperior müßten dann ver- ständigt werden, daß nur die Reiseunkosten Ihrerseits erstattet werden. In der Hoffnung, lieber Herr Pater, ein gutes Ergebnis erreichen zu können, und auf Ihre Antwort wartend, grüßt Sie in Christus
Ihr Mitbruder
•W
?
P.Carl Winkel SVD