Wochendienst Nr. 17/80 vom 26. April 1980

atastrophenschutzübung Biblis am 3. Mai 1980

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Um die Wirksamkeit der für den Außenbereich des Kernkraftwerkes Biblis zum Schutze der Bevölkerung getroffenen Maßnahmen zu proben, findet am 3. Mai auf Anordnung von Innenminister Ekkehard Gries im Landkreis Bergstraße eine Stabsrahmen- und Einsatzübung statt, an der auch das Land Rheinland-Pfalz beteiligt ist. Als Grundlage für die Übung wird ein Störfall in einem Block des Kern- kraftwerkes Biblis angenommen, wie er bisher nicht vorgekommen ist und auch nicht für wahrscheinlich angesehen wird. Bei dem Übungs- Störfall wird Radioaktivität in die Luft freigesetzt. Dem Übungs- geschehen liegt der Katastrophenschutzplan für die Umgebung des Kern- kraftwerks Biblis zugrunde.

in Wiesbaden mit, die

Innenminister Gries teilte dazu Sicherheitsauflagen für Kernkraftwerke seien zwar ausdrücklich dazu bestimmt, einen solchen Fall auszuschließen, trotzdem halte er es für richtig, ihn zu üben, damit die Zusammenarbeit aller für den Katastrophenschutz Verantwortlichen realistisch durchgespielt werden könne. Die Bevölkerung solle sehen, daß der Katastrophenschutz im Raume Biblis in einem Ernstfall tatsächlich funktioniere. Bei der Ubung am 3. Mai, die zentral aus dem Katastrophenschutzzentrum in Heppenheim von Landrat Dr. Bergmann geleitet wird, soll auch der Einsatz von Hilfsdiensten und technischen Einrichtungen geprobt werden. Meßdienste, Strahlenspürtrupps und ABC-Züge zeigen, wie von der Messung von Radioaktivität in der Luft bis zur Versorgung derer, die mit der Radioaktivität in Berührung gekommen sind, gearbeitet wird. Das Land Rheinland-Pfalz übt zur gleichen Zeit und unter den gleichen Vorgaben.

Land baut Erdgasnetz weiter aus

Der Erdgasverbrauch in Hessen hat sich in den letzten 10 Jahren ver- dreifacht. Im vergangenen Jahr ist er auf 4 168 Millionen Kubikmeter gestiegen und hat damit weiter kräftig zugenommen. Er erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent und lag über der durchschnitt- lichen Erhöhung im Bundesgebiet. Wie Wirtschaftsminister Heinz Her- bert Karry in Wiesbaden weiter mitteilte, ist der Gasverbrauch in Hessen von 1970 bis 1979 von 1 310 Millionen auf 4 168 Millionen Kubikmeter, das heißt um 218 Prozent angewachsen, während er im selben Zeitraum im Bundesgebiet um 167 Prozent zunahm.

Das Land Hessen bemüht sich seit langem intensiv darum, den Ausbau des Erdgasversorgungsnetzes insbesondere in den strukturschwachen Gebieten zu fördern. So seien von 1970 bis 1978 in diesen Bundesland rund 800 Kilometer neue regionale Erdgasleitungen gebaut worden. Größte Projekte seien die Erdgasleitung Fulda über Lauterbach nach Alsfeld (42 Kilometer Länge) und die Mittelhessenleitung von Mar- burg über Neustadt, Homberg/fze nach Bad Wildungen sowie von Rommerode nach Melsungen (Länge rund 140 Kilometer) gewesen.

1979 schließlich habe das Land ein eigenes hessisches Erdgasförde- rungsprogramm zum Ausbau von regionalen Erdgasleitungen aufgelegt. Durch ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz zur Förderung des Aus- baus regionaler Erdgasleitungen würden zudem, wie Karry erläuter- te, in den nächsten vier Jahren über 44 Millionen Mark an Bundes- und Landesgeldern in die Förderung von Erdgasprojekten investiert. Mit Schwergewicht in den Planungsregionen Starkenburg, Untermain, Mittelhessen und Nordhessen sollen damit Leitungen mit einer Gesamtlänge von 635 Kilometern mitfinanziert werden.

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