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Es bedarf wohl keiner Erläuterung, wie sich diese Zusammenbal- lung von Menschen, dieses auf engstem Raum Zusammenleben im feuchtheißen, tropischen Klima Hong Kongs in einem längeren Zeitraum seelisch und körperlich auswirken muß. Die medizini- sche Betreuung ist unzulänglich, weil es an Ärzten, Schwestern und Hospitalbetten fehlt; die hygienischen Verhältnisse geben jeden Anlaß zu der Befürchtung, daß es im Laufe der Zeit zum Ausbruch von Cholera, Typhus etc. kommt.
3. Darüber hinaus hat Hong Kong in den vergangenen 24 Monaten
250.000 sogenannte legale und illegale Einwanderer aus China aufgenommen. Zur Auswanderung dieser Menschen besteht keine Möglichkeit. Es bedarf wiederum keiner besonderen Erläuterung, daß dieser nie aufhörende Strom aus China alle Versuche zu- nichte macht, genügend Wohnungen, Schulen, Hospitäler zu bauen. 2 Millionen Menschen in Hong Kong haben als Wohnung eine Zementzelle von 4 x 5 m, in der Familien bis zu 10 Köpfen zu- sammenhausen.
4. In den letzten Monaten sind in zunehmendem Umfange Stimmen in
Hong Kong laut geworden, die die Regierung um ihrer toleranten Haltung den vietnamesischen Flüchtingen gegenüber anklagen. Z.B.: "Hong Kong wird von der freien Welt bestraft und nicht belohnt für die bedingungslose Aufnahme der Flüchtinge. Die Welt hilft aber den Ländern, die die Flüchtlinge ins Meer hinausstoßen, auf Flüchtlinge schießen, sie ertrinken lassen. Die Flüchtlinge in Hong Kong verlangsamen soziale Maßnahmen für die Bevölkerung, besonders in bezug auf Wohnungsbau, Ge- sundheitsfürsorge etc."
5. Die Hong-Kong-Regierung schuf daher ein "Hong Kong Community
Committee", das die Regierung, die Kirchen, die Freie Wohlfahrt und gemeinnützige Organisationen umfaßt, und sandte nun zum 2. Mal Miss Dorothy Lee von Caritas Internationalis und Pastor K.L. Stumpf vom Hong Kong Christian Service nach USA, Canada, England, Schweiz, Deutschland, um diese Aufnahmeländer von der immer dringlicher werdenden Notlage, Hong Kongs zu informieren und sie zu bitten, die Bootsflüchtlinge in dem Umfange aufzu- nehmen, wie Hong Kong sie empfängt, d.h. bei der Abberufung aus Südostasien Hong Kong mit einer Quote von 40% zu bedenken.
England hat seine Aufnahmequote für vietnamesische Bootsflücht- linge von 10.000 auf 16.000 erhöht, Canada von 50.000 auf 60.000.
6. Bis heute hat Deutschland erst 2.100 Bootsflüchtlinge aus Hong
Kong abgerufen. Die Gefahr von Unruhen und Ausschreitungen gegen die Flüchtlinge in Hong Kong besteht weiterhin. Anfänge dazu hat es bereits gegeben.
Hong Kong spielt heute mehr denn je eine bedeutsame Rolle als Vermittler zwischen Ost und West, wirtschaftlich und politisch.
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