Inform
Wochendienst Nr. 19/80 vom 10. Mai 1980
Hausaufgabenhilfe für ausländische Kinder
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Vor Ort informierte sich Staatssekretär Dr. Burkhard Vilmar in Frankfurt und Korbach über die Hausaufgabenhilfe für Kinder auslän- discher Arbeitnehmer, die dort von Caritas und Arbeiterwohlfahrt. durchgeführt werden. Die Hausaufgabenbetreuung für ausländische Schüler wird seit dem Jahre 1971 angeboten und vom Land-finanziell gefördert. Im vergangenen Jahr standen für diesen Zweck 270 000 Mark zur Verfügung, insgesamt wurden seit 1971 6.1 Millionen Mark aufgewendet.
Die Betreuungsmaßnahmen für Ausländerkinder werden in allen größeren Städten Hessens und in verschiedenen Landkreisen durchgeführt. Mehr als 2 000 Schüler werden in 400 Gruppen betreut. Der Caritas- verband und das Diakonische Werk, die Arbeiterwohlfahrt, das Jugend sozialwerk und der Hessische Volkshochschulverband teilen sich die Arbeit. Als Betreuer fungieren in der Regel Studenten, Sozialpädagogen, Oberstufenschüler oder Hausfrauen. Die Betreuungen werden unterschiedlich in einzelnen Gruppen an 2 bis 5 Wochentagen durchgeführt und beschränken sich größtenteils auf reine Hausauf- gabenhilfe. Verschiedene Gruppen verbinden mit der Hausaufgaben- betreuung auch Freizeitmaßnahmen, die der besseren Eingliederung ausländischer Kinder in die deutsche Umgebung dienen sollen.
Q.
Erfahrungsaustausch über Betreuung der Vietnam-Flüchtlinge
Das Schicksal der noch immer in Lagern untergebrachten Vietnam-Flücht- linge sowie die Betreuung der bereits nach Hessen gekommenen Flüchtlinge standen im Mittelpunkt eines Gesprächs, zu dem in Wiesbaden der Arbeitsstab "Hessenhilfe für Vietnamflüchtlinge" unter Vorsitz von Staatssekretät Dr. Günter Steinhäuser mit dem Sonderbeauftragten der Hongkong-Regierung für Flüchtlingsfragen, Karl Ludwig Stumpf, zusammen- traf. Stumpf, der auch Direktor des Hongkong Christian Service ist, bereits zur Zeit mehrere europäische Länder mit dem Ziel, die Voraus- setzungen für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zu schaffen. Nach seinen Angaben leben allein in Hongkong noch immer 50 000 Bootflüchtlinge in Lagern auf engstem Raum und warten auf eine Aufnahme.
Staatssekretär Dr. Steinhäuser wies darauf hin, daß sich die Hessische Landesregierung vor wenigen Tagen bereit erklärt habe, über die bis- herige Zahl von 1 780 Personen hinaus anteilmäßig weitere Flüchtlinge im Rahmen der von der Bundesregierung gemachten Zusagen aufzunehmen. Der Landesregierung komme es dabei nicht nur auf die Unterbringung, sondern auf eine möglichst schnelle Integration in Beruf und Gesell- schaft an. In dem Gespräch waren sich beide Seiten darin einig, daß es we.terer erheblicher Anstrengungen bedarf, um die bei der Eingliederung dieses Personenkreises in einem fremden Land und anderem Kulturkreis auftretenden Probleme und Schwierigkeiten zu meistern. Die Hessische Landesregierung will sich dabei durch Fortsetzung dieser Kontakte die Erfahrungen nützlich machen, die die Hongkong-Regierung in den ver- gangenen Jahren bei der sozialen und gesellschaftlichen Integration von vielen Tausend Indochina-Flüchtlinge gewonnen hat.
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